Pierre de Lasenic

Der leider viel zu früh verstorbene Pierre de Lasenic (Petr Pavel Kohout 17.05.1900 – 23.06.1944), war sicher einer der hervorragendsten Hermetiker und esoterischen Praktiker in der ehemaligen Tschechoslowakei.

Es gibt einige bemerkenswerte Berichte über seine magischen und hermetischen Fähigkeiten.

Dennoch ist Lasenic im deutschen Sprachraum völlig unbekannt geblieben.

Endlich ist – ein ihm zugeschriebenes Manuskript -, nun auf Englisch erschienen. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Buch auch einmal in`s Deutsche übersetzt wird.

Pierre de Lasenic, (17.05.1900 – 23.06.1944)

Genauso besonders wie die Aufmachung und Herstellung des Buches selbst, ist auch sein Inhalt!

Was die großen tschechischen Autoren der Esoterik (Pierre de Lasenic, František Bardon, František Kabelák) besonders auszeichnet ist, dass Sie einen WEG der Selbst-Initiationaus der eigenen Praxis für die Praxis anderer – aufzeigen, und diesen WEG auch gangbar machen.

Es ging Pierre de Lasenic in diesem Buch also nicht nur darum diesen WEG – wie zu seiner Zeit meist üblich, in Form von Ordens- oder Logenvereinigungen zu initiieren (denn alle Grade der Einweihung werden ausschließlich von “Gott” vergeben), sondern ihn auch für jeden dafür bereiten Menschen aufzuzeigen.

Ein Bann

Mit der Herausgabe dieses Buches wird dieses Wissen nun erstmals einem größeren Leserkreis zugänglich gemacht, denn auch dieser Text wurde – durch den Bann eines Großmeisters der Martinisten (Jean-Baptiste Willermoz ) -, lange Zeit vor der Veröffentlichung geschützt und war bisher, in der Form dieses Manuskripts, nur ganz wenigen Menschen zugänglich.

Jean-Baptiste Willermoz (10.07.1730 - 20.05.1824)
Jean-Baptiste Willermoz (10.07.1730 – 20.05.1824)

Dieses Manuskript wurde, in schwierigen Kriegszeiten, in der ehemaligen Tschechoslowakei geschrieben.

Wenn dieser Krieg heute zum Glück auch Geschichte ist, so findet er in jedem Menschen dennoch immer wieder auf´s Neue statt, denn wie Franz Bardon schon schrieb:

“Wenn es etwas wirklich Okkultes gibt, dann ist das leider am häufigsten die Wahrheit. Das mag gewiss paradox klingen, aber zur Befreiung ist in erster Linie die Wahrheit vonnöten. Denn geistige Reinheit und geistige Unreinheit ist etwas, womit der Mensch von alters her einen unermüdlichen und somit unwillkürlichen Kampf mit sich selber führt.” 

Franz Bardon

Es ist nicht so einfach sich von den inneren (und äußeren) Fesseln und Hindernissen zu befreien um ein “Martinist des Herzens” zu werden, um den WEG zu “Gott” zu beschreiten. Dazu sind hohe Ideale, eine große persönliche Ethik und Integrität notwendig. Aber jeder WEG beginnt mit dem ersten Schritt und jede Wegleitung beginnt oft mit einem guten Buch oder Text, wie diesem hier.

Neue Generation

Es ist erfreulich zu sehen, dass die jüngere esoterische Generation in Tschechien ihre hermetischen Wurzeln wieder neu aufgreift und sich auch der oft mühsamen Übersetzungs- und Editierungsarbeit, sowie der kunstfertigen Herstellung solcher Bücher angenommen hat. 

Gedankt sei hier darum den Übersetztern: Astrid Haszprunarová & Matthew Blankenburg, sowie dem Editor, Praktiker und Bewahrer des tschechischen Hermetismus: Lukáš Loužecký.

Informationen in Englisch:

Viele Informationen über bedeutende tschechische Hermetiker sowie neue Aktivitäten und Bucherscheinungen in Tschechien findest du hier: http://czechhermetics.com/

Ein Interview von Astrid und Matthew, über ihren WEG und Ihre Arbeit, findest du auf der bemerkenswerten Webseite von Rudolf Berger: https://www.thothermes.com/ in der Podcastfolge: »Season3-Episode12 -Czech Hermetics«

-Walter Ogris


Bonus 1

Im Anhang des Buches wird auch auf die tschechische Intitiationslinie der Martinisten eingegangen.

Interessanterweise, (wohl auch deswegen weil er kein Tscheche war), wird hier der bemerkenswerte esoterische Schriftsteller Gustav Meyrink | Gustav Meyer, der damals auch in Prag lebte und dort 1892 – durch ein von Papus handschriftlich ausgestelltes Diplom ( mit der Signatur des Barons Adolf František Leonhardi), in den höchsten Grad der Martinisten = S.I. eingeweiht wurde, nicht erwähnt.

Gustav Meyer | Gustav Meyrink (19.01.1868 – 04.12.1932)

 

Gustav Meyer | Gustav Meyrink | Unterschrift

 

Handschriftliches Diplom von Papus. (Gérard Analect Vincent Encausse: 13.07.1865 – 25.10.1916)

 

Baron Adolf František Leonhardi (16.05.1856 – 11.02.1908)

 

Stráž nad Nežárkou – Schloss damals im Besitz von Baron Leonhardi

Gustav Meyrink war, zum Zeitpunkt als er das Diplom erhielt, erst 24 Jahren alt, was durchaus bezeichnend für seine besondere Eignung, in Bezug in diese Einweihung, ist.

Jedoch

S.I. meint ja „Superior Inconnu“ = unbekannter Oberer, welches der höchste Grad der Martinisten ist. Dieser Grad kann allerdings nicht per Kommunikation übertragen werden, da mit der Einweihung eine Prüfung verbunden ist, von deren Ergebnis die Erteilung des Grades abhängt. Die Einweihung in diesen Grad endet also nicht automatisch mit der Erteilung dieses Grades!

Handschriftliches Diplom von Papus – Übersetzung in Deutsch:

 

A.L.G.D.G.A.D.L.U. = A la Gloire du Grand Architect de l´Universe = Zum Ruhme des großen Baumeisters des Universums.

In der Mitte dazwischen die hebr. Buchstaben für Jehoschwa.

S.L.A. du Phil. Inc. N.V.M. = Sous les Auspices du Philosophe Inconnu notre vénérable Maître = Unter der Schirmherrschaft des Unbekannten Philosophen (= Louis Claude de Saint Martin), unserem ehrwürdigen Meister.

Der unterzeichnete Einweiher.

Handelnd nach den Vollmachten, welche ihm regulär durch seinen Einweiher S.I. übertragen wurden.

Erklärt, dass er am 22. Dezember 1892 den Grad eines S.I. übertragen hat

an den Bruder Gustav Meyer.

und ersucht alle S.I. und alle Mitglieder der mit unserem ehrwürdigen Orden verbundenen Bruderschaften, diesen Bruder zu empfangen, wenn er sich durch die gebräuchlichen Zeichen zu erkennen gibt.

(gez.)   L.H.N.R.D
                 12.

 

 


Bonus 2

Damit nicht nur Pierre de Lasenic, sondern auch Gustav Meyrink (der jedem Anfänger und fortgeschrittenen Esoteriker sehr viel bieten kann) nicht in Vergessenheit gerät, hat der bekannte und unheimlich fleißige tschechische Schriftsteller, Übersetzer, Alchemist und Verleger Vladislav Zadrobílek (Psyeudonym: D. Ž. Bor) auch 2 Bücher (für die ich ihm einige unbekannte Unterlagen beisteuern konnte) über Gustav Meyrink herausgebracht. (Trigon Verlag

Vladislav Zadrobílek (14.11.1932 – 11.12.2010)

 

BEDELOST, TOT VSE! – D. Ž. Bor
NEVEDET NIC, MOCI VSE!

Wie bei den meisten ernst zunehmenden Okkultisten üblich, treffen Materialen und Unterlagen bei Ihnen ein, sobald sie sich einem Thema oder einem speziellen Forschungsgebiet zuwenden. Als ich Vladislav besuchte, zeigte er mir, unter anderem, auch die Totenmaske (es entsteht ein ganz besonderer Eindruck wenn man diese in Händen hält) von Gustav Meyrink, welche er ebenfalls vor Kurzem erhalten hatte, und die nun in der weltbekannten hermetischen Bibliothek »Bibliotheca Philosophica Hermetica«, siehe auch: » The Embassy of the Free Mind« in Amsterdam verwahrt wird. 

Totenmaske von Gustav Meyrink

Bei meinen Besuchen konnte ich Vladislav als besonders lustigen und vielseitig Menschen kennen lernen, der enorm viel für die Verbreitung, Übersetzung und Herausgabe, von bekannten und unbekannten esoterischen Büchern und Texten (aus allen möglichen Sprachen) in`s Tschechische und in Tschechien, getan hat!


Emil Stejnar

2018 hat auch Emil Stejnar in seinem Einweihungsroman » An der Pforte zur letzten Latern«  Gustav Meyrink wieder ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Gustav Meyrink, ging es ja besonders um das “Wachsein” und das “Erwachen”, welches ein wichtiges Thema seiner letzten Werke war, und heute auch ein zentrales Thema in den 12 Büchern von Emil Stejnar ist.

“In diesem spannenden Thriller wird das “Erwachen” von unterschiedlichen Standpunkten ausgeleuchtet. Die suggestive Bildsprache, durchwoben mit bekannten und unbekannten Zitaten von Gustav Meyrink, zieht den Leser immer tiefer in die Welt des Protagonisten, in der Traum und Realität nicht mehr zu unterscheiden sind. Diese kafkaeske Verwirrung, und die gegebenen Instruktionen, bewirken das Erwachen, das wie eine Initiation zu einer neuen Selbsterkenntnis führt.”

Emil Stejnar

Zu guter Letzt wird in naher Zukunft wohl auch noch ein völlig unbekanntes Manuskript über Gustav Meyrink erscheinen, welches Jahrzehntelang verschollen war, jetzt glücklicherweise wieder aufgetaucht ist, und welches ich transkribieren durfte.

-Walter Ogris



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  1. Vielen Dank für die Bekanntgabe der Werke von Vladislav Zadrobílek.
    Ja, bei Meyrink kann man noch allerhand Überraschungen erwarten.
    Kürzlich bin ich zum Beispiel auf die Briefe aufmerksam geworden, die sein “okkulter Meister” Alois Mailänder in der Zeit zwischen 1892 und 1905 an Meyrink gerichtet hat. Man erfährt in diesen Briefen neben vielem Biographischen auch etwas über die Methode und die Anweisungen, mit der Mailänder Anweisungen zur inneren Schulung an Gustav Meyrink gegeben hat.

    Alois Mailänder, 44 Briefe an Gustav Meyrink. Norderstedt 2020. ISBN 9783751953887

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